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4. BEDROHUNG DER KORALLENRIFFE
Die häufigsten Krankheiten der Korallen

Top - End   Viele Korallenkrankheiten werden von Stressfaktoren ausgelöst. Solche können erhöhte oder verminderte Temperaturen, erhöhte Sauerstoffsättigung, mehr Süsswasserzufluss oder Trübung durch Sedimentmassen sein. Aber auch die Verschmutzung durch Erdöl und Abwässer kann zu Erkrankungen führen.

Zu warme Meeresströmungen (Januar 1999 NOAA)

Warme Meeresströmungen

Die Zahlen bezeichnen Grad Celsius über dem Jahresmittel / Weiss sind vereiste Zonen
Siehe auch Karte der Meeresströmungen auf der Erde


Coral bleaching (Korallenbleichen)
  Beim Bleaching (ausbleichen) stossen die Korallen (leben auch in Anemonen, Schwämme, Quallen, Plattwürmer) die mit ihnen in Gemeinschaft lebenden Zooxanthellen (und Zoochlorellen) ab.

Wird das empfindliche Gleichgewicht zwischen den beiden Partnern gestört, wird die Lebensgemeinschaft aufgelöst. Mit den Zooxanthellen verliert die Koralle ihre Farbe. Es konnte beobachtet werden, dass Korallen ab Temperaturen von 29°C mit teilweisem Bleichen reagieren, ab 32°C werden alle Algen innert weniger Stunden abgestossen. Ohne ihre pflanzlichen Partner können die Korallen nicht überleben, denn diese liefern durch ihre Fotosynthese wertvolle Stoffwechselprodukte. Korallen können etwa 8 Wochen in einem ruheähnlichen Zustand verbringen und so einen vorübergehenden Verlust der Zooxanthellen verkraften. Sinken die Temperaturen erneut auf normale Werte, so besiedeln neue Zooxanthellen die Korallen.

Aber auch in dieser Phase können Korallen leiden, zum Beispiel durch einen Befall durch Bohrwürmer.

Sterben die Korallen ab, so bilden sich oft Algenrasen auf den toten Ästen. Davon profitieren Fische wie Riffbarsche und Papageifische, die Pflanzenfresser sind. Abgestorbene Steinkorallen werden auch schnell von andern Tieren, etwa Seescheiden, Weichkorallen und Krustenanemonen überwachsen und bieten nun wiederum einen Lebensraum für Fische, Krebse und Stachelhäutern.

Black-Band Krankheit
 

Der Erreger der Black Band-Krankheit (schwarzes Band) ist eine Blaualge (Cyanobakterium). Sie lässt sich auf der Koralle nieder und hinterlässt beim Weiterwandern totes ausgelautes Gewebe. Sie setzt sich dort fest, wo kein Abwehrmechanismus der Koralle mehr vorhanden ist. Ist der Algenherd einige Quadratcentimeter gross, vermag auch das gesunde Gewebe der Koralle mit seinem Abwehrmechanismus die Alge nicht abstossen. Die Algen wachsen direkt in die Mundöffnung der Polypen, lösen diese auf und ernähren sich von den Zersetzungsprodukten. Kleine Korallenstöcke werden so in weniger als 2 Monaten abgetötet.

White-Band Krankheit
  Bei der ähnlich verlaufenden White Band-Krankheit (weisses Band) werden die Korallen mit grosser Wahrscheinlichkeit von einem noch nicht identifizierten Bakterium befallen. Es brauchen nicht unbedingt Verletzungen der Koralle vorhanden zu sein. Die Krankheit ist nicht tödlich.
Shut Down Reaktion
 

Für die Shut Down-Reaktion (abschalten) konnte noch kein Erreger gefunden werden. Nachdem die Korallen einer Stresssituation (Temperatur, Sedimentation etc.) ausgesetzt wurden und eine kleine Verletzung oder ähnliches folgt, wird die Shut Down-Reaktion ausgelöst: Vollständige, spontane Ab- und Auflösung des Korallengewebes, beginnend an den Rändern der Verletzung mit einer Geschwindigkeit von 10cm/Std. (andere Quellen sprechen von 1-2 cm pro Tag) fortschreitend. Zurück bleibt das nackte Skelett. Die Krankheit ist sehr infektiös und beim Kontakt mit einer infizierten Koralle kann auch die Nachbarkoralle angesteckt werden. Die Polypen sterben, unter Umständen kann ein ganzes Riff abgetötet werden.

Bakterieller Befall
  Bei bakteriellem Befall einer Koralle kann der Schleimauswurf (Schutzschicht gegen feindliche Umwelt), der die Hauptverteidigung der Korallen gegen mechanische Verunreinigungen und Irritationen darstellt, nicht durch Cilienbewegung (Bewegung der Wimpern) und Wasserströmung von der Korallenoberfläche entfernt werden. Bakterien besiedeln den Schleim und Sedimente setzen sich durch den Schleim fest. Die Koralle erstickt im sonst als Schutz dienenden Schleim.

Coral bleaching - Korallenbleichen

Anemone ohne Zooxanthellen

 

Feather duster worm - Spirobranchus giganteus - Röhrenwurm

Bohrwürmer

Algenbefall

Zooxanthellen (ersichtlich durch braun-grüne Farbe)

Algenbefall

Natürliche Feinde
 

Korallen haben natürlich auch Fressfeinde, die ihnen zusetzen. Der bekannteste ist wohl die Dornenkrone (Acanthaster planci) ist einer der grössten und giftigsten Seesterne. Sie kann einen Durchmesser von bis zu 50 cm Durchmesser erreichen und hat zahlreiche (10 bis 20) stachelige Arme die mit giftigen Dornen bestückt sind. Nicht berühren! Die Dornenkrone ernährt sich von Korallenpolypen. Sie weidet die Korallen ab und hinterlässt sie weiss und tot. Einzige Fressfeinde sind das Tritonshorn (Charonia tritonis) und einige Kugelfische.

Ausserdem führen Korallen und Schwämme einen chemischen Verdrängungskampf. Schwämme verwenden biochemischen Schutzstoffe um das Wachstum einer benachbarten Koralle einzudämpfen. Ausserdem fressen einige Falterfische und Feielenfische die Korallenpolypen, einige wie Pinzettfische haben ein besonders langes, röhrenförmiges Maul.

Crown-of-thorns Starfish - Acanthaster planci - Dornenkronen Seestern

Dornenkronen Seestern frisst Korallenpolypen (Acanthaster planci)

Crown-of-thorns Starfish - Acanthaster planci - Dornenkronen Seestern

Durch Dornenkronen Seestern beschädigte Korallen (Acanthaster planci)

Crown-of-thorns Starfish - Acanthaster planci - Dornenkronen Seestern

Acanthaster planci - Dornenkronen Seestern

 

Long-nosed Butterflyfish - Forcipiger flavissimus - Röhrenmaul-Pinzettfisch

Forcipiger flavissimus - Röhrenmaul-Pinzettfisch

Spectacled filefish - Cantherhinus fronticinctus - Weissbürzel-Feilenfisch

Oxymonocanthus longirostris - Palettenstachler (Feilenfisch)

Kupferstreifen Pinzettfisch (Chelmon rostratus)

   

Einzelne Stichwörter:

Bakterienbefall - Bleaching - Blackband - Krankheit - Meeresströmungen, warm - Stressfaktoren - Shutdown - Krankheit - Whiteband - Krankheit

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